Stuttgart-Süd

Der südliche Innenstadtbezirk ist in seiner heutigen Form 1956 entstanden und zieht sich vom Stuttgarter Talkessel bis Vaihingen. Zu ihm gehören der Vorort Heslach und das ehemals selbstständige Dorf Kaltental. Rund 44.000 Einwohner leben hier auf einer Fläche von 957,2 Hektar. Während der Nesenbach, heute allerdings nur in einem kleinen Abschnitt oberirdisch, auf rund 4,5 Kilometer Länge durch den Stadtbezirk fließt, verläuft die Bundesstraße 14 einen Großteil ihres Wegs im Tunnel. Die steile Alte Weinsteige vom Marienplatz nach Degerloch war seit dem 14. Jahrhundert eine wichtige Verkehrsverbindung nach Tübingen. An ihre Stelle trat im frühen 19. Jahrhundert die von Etzel errichtete Neue Weinsteige. Heslach wurde von Stuttgart aus als Vorort besiedelt. Erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, leitet sich der Name Heslach vom Haselstrauch ab, der an den Ufern des Nesenbachs einst zu finden war. Landwirtschaft mit Weinbau und Mühlen bestimmte lang das Bild, bis sich Ende des 19. Jahrhunderts auch Großbetriebe ansiedelten. Vor allem aber wurde Heslach zum Stuttgarter Arbeiterwohnort. Aus Anlass des 25jährigen Kronjubiläums von König Karl von Württemberg trug es ab 1889 vorübergehend den Namen Karlsvorstadt. Sehenswert sind das Alte Feuerwehrhaus, die Matthäuskirche, das Generationenhaus Heslach der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung und der Heslacher Friedhof mit der Benckendorff-Kapelle. Neben Bussen und Bahnen verkehren im Stuttgarter Süden auch zwei außergewöhnliche Verkehrsmittel: die Standseilbahn zwischen Südheimer Platz und Waldfriedhof und die Zahnradbahn zwischen Marienplatz und Degerloch. Ein Höhepunkt in jedem Jahr ist die seit 1973 jährlich stattfindende Heslacher Hocketse, das älteste Stuttgarter Straßenfest, für das der Begriff „Hocketse“ einst erfunden wurde. Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Stuttgarter Stadterweiterung nach Süden die Lücke in der Bebauung zu Heslach geschlossen. Hohen Mietshäusern in der Talsohle stehen an den Hängen bürgerliche Wohnhäuser mit reich geschmückten Fassaden und Villen gegenüber. Grüne Oasen bilden die Karlshöhe mit der Villa Gemmingen und dem Städtischen Lapidarium, der Weißenburgpark mit dem Teehaus sowie der Fangelsbachfriedhof mit seinen alten Grabmalen und der im Jugendstil gehaltenen Markuskirche. Kaltentals Ursprung liegt in einer kleinen Siedlung, die sich an die im frühen 12. Jahrhundert erbaute gleichnamige Burg anschloss. Die Herren von Kaltental waren zeitweise auch Burggrafen in Stuttgart. Die Burganlage, schon 1318 an Württemberg verkauft, wurde im frühen 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgetragen. Kaltental, das 1922 nach Stuttgart eingemeindet wurde, wird heute von gepflegter kleinteiliger Wohnbebauung geprägt.
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Stuttgart Stuttgart ist die Landeshauptstadt des deutschen Landes Baden-Württemberg und mit rund 600.000 Einwohnern dessen größte Stadt. Im schwäbischen Dialekt wird die Stadt auch Schtuagerd genannt. Sie ist die sechstgrößte Stadt Deutschlands und bildet mit rund 2,7 Millionen Einwohnern in der Region Stuttgart (nach dem Ruhrgebiet und Berlin) die drittgrößte Stadtregion der Bundesrepublik Deutschland. Als Sitz der baden-württembergischen Landesregierung sowie des Landtags und zahlreicher Landesbehörden ist Stuttgart das politische Zentrum des Landes (siehe Liste der Behörden und Einrichtungen in Stuttgart). Das Stadtbild wird durch viele Anhöhen, Täler und Grünanlagen geprägt. Stuttgart hat den Status eines Stadtkreises und ist Sitz des Regierungspräsidiums Stuttgart, das den Regierungsbezirk Stuttgart verwaltet. Außerdem tagt hier das Regionalparlament der Region Stuttgart, eine von drei Regionen im Regierungsbezirk Stuttgart. Stuttgart liegt im Zentrum des Landes Baden-Württemberg. Die Kernstadt befindet sich „zwischen Wald und Reben“ im sogenannten „Stuttgarter Kessel“, einer Talerweiterung des (inzwischen meist überwölbten), in den Neckar mündenden Nesenbaches und seiner Nebenbäche. Die Stadtteile reichen im Norden bis in das Neckarbecken, im Westen bis in den Glemswald und auf das Gäu, im Osten bis zu den Ausläufern des Schurwaldes und im Süden bis zur Filderebene und den Ausläufern des Schönbuchs. Im Südosten fließt der Neckar bei den Stadtbezirken Hedelfingen/Obertürkheim von Esslingen am Neckar kommend in das Stadtgebiet und verlässt es im Stadtbezirk Mühlhausen im Nordosten wieder. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Höhendifferenz von fast 350m, was eine Besonderheit unter den Großstädten darstellt: die Höhe reicht von 207 m ü. NN bei der Neckarschleuse Hofen bis 549 m auf der Bernhartshöhe nahe dem Autobahnkreuz Stuttgart. Zu den markantesten Erhebungen gehören der Birkenkopf (511 m) am Rand des Talkessels, der Württemberg (411 m) über dem Neckartal und der Grüne Heiner (DE) (395 m) an der nordwestlichen Stadtgrenze. Das Stadtgebiet der Landeshauptstadt Stuttgart ist verwaltungsmäßig in fünf „innere“ und 18 „äußere“ Stadtbezirke aufgeteilt. Die Stadtbezirke haben einen Bezirksbeirat und einen Bezirksvorsteher, der in den inneren Stadtbezirken nur ehrenamtlich tätig ist. Die Stadtbezirke gliedern sich weiter in Stadtteile. Die Zahl der Stadtteile wurde durch die Änderung der Hauptsatzung vom 1. Juli 2007 und 1. Januar 2009 vergrößert. Seitdem besteht das Stadtgebiet von Stuttgart aus 23 Stadtbezirken und 152 Stadtteilen.