Hedelfingen Die erste Nennung Hedelfingens stammt zwar "erst" aus dem Jahr 1246, doch man weiß, dass der Ort schon zuvor bekannt war. Seit der Römerzeit verlief durch Hedelfingen die "Venezianische Handelsstraße", auf der im Mittelalter der gesamte Güterverkehr zwischen Venedig und Amsterdam stattfand. Jahrhunderte lang war in Hedelfingen außerdem Einstellplatz der Post von Thurn und Taxis. Lange Zeit lebten hier überwiegend Kleinbauern und Weingärtner. Nach Stuttgart eingemeindet wurde Hedelfingen am 1. April 1922. In dem Neckarvorort leben 9.335 Einwohner auf 732,4 Hektar Fläche. Heute gehört ein Großteil des in den 50er-Jahren gebauten Neckarhafens zu Hedelfingen. Wein- und Obstanbau spielt weiterhin eine wichtige Rolle: Sowohl Hedelfingen selbst als auch der Stadtteil Rohracker verfügen über eine eigene Weingärtnergenossenschaft. Wer sich dorthin zu einer Weinprobe begibt, sollte keinesfalls an der Alten Dorfkirche in Hedelfingen vorbeigehen, ohne einen Blick hineinzuwerfen: Ihre ältesten Teile stammen aus dem 13. Jahrhundert. 1966 entdeckte man bei Renovierungsarbeiten in Schiff und Chor bemerkenswert gut erhaltene Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Die Bewohner des Stadtteils Rohracker werden auch Welschkorneber genannt, da hier früher Mais, das Welschkorn, angepflanzt wurde. Der sogenannte Welschkornbrei stand fast täglich auf dem Speiseplan. Auch Rohracker besitzt ein sehenswertes Gotteshaus: Die Bernhardskirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert barock umgestaltet. Bei Renovierungen in diesem Jahrhundert ist die spätgotische Gestalt wieder hergestellt worden.
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